Jung, laut, unerwünscht?!
Auch Jugendliche sind Bürger:innen – und zwar heute, nicht erst morgen. Als Teil der Gesellschaft haben sie ein Recht auf Teilhabe am öffentlichen Leben. Doch in der Praxis erleben viele junge Menschen das Gegenteil: Sie werden als störend wahrgenommen, ihre Bedarfe finden wenig Gehör.
Gleichzeitig zeigen zahlreiche bundesweite Studien, die Bedarfe der Jugendlichen auf. So macht z. B. der Teilhabeatlas deutlich: Jugendliche wünschen sich „in erster Linie Räume für sich“ (Jugendteilhabeatlas_online_final.pdf, S. 41). Das können öffentliche Räume sein, wie Plätze oder Parks und halböffentliche Räume, wie Jugendtreffs oder Bibliotheken.
Räume, in denen junge Menschen sich zugehörig fühlen und selbstwirksam handeln können, sind keine Kür – sie sind Voraussetzung dafür, dass Beteiligung gelingt und Jugendliche sich der Gesellschaft verbunden fühlen. An diesen Orten erleben junge Menschen, dass ihre Bedarfe ernst genommen werden und die eigene Stimme Gehör findet, das stärkt ihr Bewusstsein für Demokratie, Gesellschaft und Mitbestimmung. Diese Selbstwirksamkeitserfahrung ist ein Schlüssel für die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben der jungen Menschen – heute und morgen.
Beteiligungen und Befragungen junger Menschen zu ihren Wünschen und Bedarfen durch Kommunen sind mittlerweile gängige Praxis. Die entscheidende Herausforderung besteht in der Umsetzung.
Für Kommunalverwaltungen sind nun zentrale Fragen: Wie lassen sich die Ergebnisse aus Beteiligungsverfahren in die Gestaltung von Räumen und Nutzungen übertragen, sodass sie den tatsächlichen Bedarfen junger Menschen entsprechen? Welche Schritte braucht ein solcher Umsetzungsprozess? Wie gelangen Kommunen von der Auswertung der Ergebnisse zur Planung und Gestaltung von Räumen für junge Menschen?
Was Sie erwartet:
- fachliche und methodische Impulse
- Austausch mit anderen Fachkräften aus Kommunen
- konkrete Einblicke in die Praxis, voraussichtlich im Rahmen eines Stadtteilspaziergangs
- die Möglichkeit, an eigenen Vorhaben zu arbeiten und diese zu reflektieren
Unsere Expertin
Dr. Mary Dellenbaugh-Losse ist Stadtforscherin und Beraterin für gemeinwohlorientierte, inklusive und gerechte Stadtentwicklung. Sie verbindet Forschung, Strategie und Praxis – und hat dabei insbesondere die Bedarfe von marginalisierten und unterrepräsentierten Gruppen im Blick, wie Kinder, Jugendliche und Frauen. Sie hat zahlreiche Beteiligungsprojekte mit Kommunalverwaltungen umgesetzt.
Weitere Informationen: Dr. Mary Dellenbaugh-Losse – urban.policy
Anmeldung
Für eine konstruktive Arbeitsatmosphäre ist die Teilnehmendenzahl begrenzt. Wir streben dabei ein ausgewogenes Verhältnis an Kommunen an.
Nach dem Eingang und der Sichtung aller Anmeldungen erhalten Sie von uns eine Zu- oder Absage für Ihre Teilnahme bis spätestens 4. Juni 2026.
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung bis zum 29. Mai 2026 unter folgendem Link: https://eveeno.com/Werkstatt062026
Informationen auf einem Blick
Werkstatt für Kommunen: Jung, laut, unerwünscht?! Räume nach den Bedarfen von Jugendlichen entwickeln – Prozessgestaltung für Kommunalverwaltungen
Wann? 19. August, 12 Uhr bis 20. August 2026, 14 Uhr
Wo? Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), Tempelhofer Ufer 11, 10963 Berlin
Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir übernehmen keine Reise- und Übernachtungskosten.
Die Einladung als pdf finden Sie hier.
Ansprechpersonen:
Nele Groth, nele.groth@dkjs.de
Anne Gebauer, anne-kathrin.gebauer@dkjs.de