News

Positionspapier für mehr Bildungsgerechtigkeit

07.07.2026

Die Betrachter:innen schauen durch Zweige eines Baums auf ein Hochaus.

Das Großstadtnetzwerk für Bildung hat zur Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement 2026 (BuKo) das Positionspapier „Großstädte als Motoren für mehr Bildungsgerechtigkeit – für eine gemeinsame Bildungsverantwortung“ veröffentlicht. Wir haben mit Dr. Martina Schliessleder gesprochen, die für die Stadt Augsburg am Entwicklungsprozess beteiligt war.

Was hat das Großstadtnetzwerk veranlasst, das Positionspapier zu verfassen?

Als Großstädte sind wir schon länger miteinander vernetzt. Ursprünglich wurde dieser Austausch über die Transferagentur für Großstädte koordiniert, die es jetzt leider nicht mehr gibt. Weil Großstädte aber einige Themen haben, die nicht mit denen von Landkreisen oder kleineren Kommunen übereinstimmen, organisieren wir uns unterdessen selbst.

Während dieser Treffen haben wir immer wieder festgestellt, dass unsere großstädtischen Themen im Bildungsbereich von Bund und Ländern nicht ausreichend berücksichtig werden – zum Beispiel im Startchancenprogramm.

Wir haben deshalb beschlossen, ein Positionspapier zu entwickeln, in dem wir klar machen, was wir für eine gute Zusammenarbeit brauchen. Denn letztlich geht es ja darum das Bestmögliche für die Kinder und Jugendlichen in unseren Kommunen zu erreichen.

Wie würden sich kommunale Bildungslandschaften verändern, wenn all eure Forderungen eingelöst würden?

Wir Großstädte würden von Bund und Ländern mitgedacht, sie würden entsprechend in Verantwortung gehen, so dass wir gut arbeiten können. Das heißt, Bund und Länder würden die Strukturen in Großstädten mitdenken und die Ressourcen – auch im Sinne von Expertise und Erfahrungen.

Gleichzeitig würden sie uns aber auch entsprechend mit Verantwortung und Ressourcen ausstatten, sodass wir gut arbeiten können. Wie beim Startchancenprogramm zu sehen war, ist das tatsächlich eine Herausforderung: Das Programm ist eine wirklich tolle Idee, so viel Geld war noch nie da. Weil Deutschland föderalistisch aufgestellt ist, wurde das Geld aber an die Länder verteilt. Wir waren als Kommunen von Anfang an nicht mitgedacht.

Im Bereich Ganztag ist es ähnlich. Nun gibt es den Rechtsanspruch. Aber der Bund bindet die Kommunen nicht partnerschaftlich ein. Sondern gibt etwas vor und wir müssen es umsetzen.

Also wenn unsere Forderungen umgesetzt würden, wären die Wege kürzer und wir könnten verbindlicher und schneller Entscheidungen treffen. Gelder könnten gezielter eingesetzt werden. Wir könnten Teilhabe ermöglichen.

Wie geht es weiter?

Wir haben das Papier zur Bundekonferenz veröffentlicht. Das war uns wichtig, so haben wir es erstmal unters Volk gebracht. Jetzt wollen wir es noch in höhere Ebenen heben: Also zum Beispiel über die kommunalen Spitzenverbände weiterverbreiten.

Im nächsten Schritt besprechen wir im Großstadtnetzwerk außerdem wie wir uns zu der Erklärung „Gemeinsam für starke kommunale Bildungslandschaften“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), der Länder und der Kommunalen Spitzenverbände einordnen. Unser wichtigstes Ziel aber ist, dass wir Türen öffnen und dass wir auch unsere Füße reinstellen.