
Ob der Stall für das Christkind, Stadtteilbibliothek, Nachbarschaftstreff oder Parkbank mit WLAN: Dritte Orte sind längst mehr als reine Aufenthaltsorte. Sie sind Möglichkeitsräume für Bildung, Begegnung und gesellschaftlichen Austausch. In vielen Kommunen entstehen neue Orte, an denen Menschen niedrigschwellig zusammenkommen, lernen und ihre Umgebung mitgestalten. Doch wie lassen sich solche Dritten Orte strategisch entwickeln? Und welche konkreten Handlungsspielräume haben Kommunen selbst?
Diesen Fragen widmete sich die REAB-NRW am 13. Januar im digitalen Meet Up! Mit dabei waren unsere Referent:innen Anne Gebauer und Nele Groth.
In ihrem Impuls „Kleine Orte, große Wirkung: Dritte Orte als Investition in kommunale Bildungslandschaften“ gingen sie auf das Potenzial von Dritten Orten für Kommunen und kommunale Gestaltungsmöglichkeiten ein.
Zentrale Punkte des Vortrags waren:
- Dritte Orte sind niedrigschwellige, möglichst konsumfreie Räume ohne Leistungsdruck. Sie schaffen offene Begegnungsorte, die allen Menschen zugänglich sind.
- Sie stärken den sozialen Zusammenhalt, wirken Einsamkeit entgegen und ermöglichen Begegnungen jenseits des eigenen Umfelds.
- Sie fördern non-formales Lernen, Teilhabe und Demokratiebildung.
- Sie stärken den sozialen Zusammenhalt, wirken Einsamkeit entgegen und ermöglichen Begegnungen jenseits des eigenen Umfelds.
- Kommunen können aktive Gestalterinnen von Dritten Orten sein – indem sie Dritte Orte strategisch verankern und sie in Bildungs-, Stadtentwicklungs- oder Sozialkonzepte integrieren. Indem sie Infrastruktur wie Räume, Ausstattung oder Barrierefreiheit bereitstellen und die Raumgestaltung fördern. Indem sie Unterstützung anbieten, Aneignung fördern und Freiraum schaffen.
- Folgende Aspekte machen Dritte Orte erfolgreich: Bedarfe kennen und Beteiligte sowie Zielgruppen einbinden; ressortübergreifend denken; langfristig planen.
Dritte Orte in der Praxis
Im anschließenden Austausch brachten die Teilnehmenden eigene Praxiseinblicke ein und diskutierten Fragen wie:
Wie können nicht voll ausgelastete Kitas oder Schulen als Dritte Orte mitgenutzt werden?
Wie kann ein Landkreis einen Überblick über bestehende Dritte Orte gewinnen und diese systematisch erfassen?



