
„Wer eine chancengerechte Welt von morgen planen will, muss wissen, was die Kinder und Jugendlichen von heute wirklich beschäftigt,“ sagt Denis Erbozkurt-Beckers, Stabsstelle im Bereich Jugend und Familie der Stadt Geldern.
Bildungsgerechtigkeit braucht eine datenbasierte Bildungssteuerung
Entscheidend für Bildungsgerechtigkeit ist eine aufeinander abgestimmte, datenbasierte Steuerung im Bildungsbereich: Wo liegen Belastungen und Brüche in Bildungswegen? Wo erreichen die Angebote jene, die sie erreichen sollen, und wo bleiben Lücken?
Wer verlässliche Daten mit Erfahrungswissen verbindet und Akteur:innen aus Verwaltung, Schulen, Jugendhilfe und Zivilgesellschaft zusammenbringt, kann Prioritäten klären, Ressourcen gezielter einsetzen und Wirkung besser überprüfen – ob beim Ganztag, an Bildungsübergängen, bei Teilhabe oder der Fachkräftesicherung.
Kampagne des Fachnetzwerks
Die bundesweiten Kampagne des Fachnetzwerks für kommunales Bildungsmanagement „Kein Platz für Zufall“ zeigt Praxisbeispiele aus Kommunen, die Bildungschancen gezielt verbessern – schrittweise und auf Grundlage eines datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements.
Gestartet ist die Kampagne am 18. Mai mit der Stimme von Denis Erbozkurt-Beckers. Geldern hat den Kinder- und Jugendförderplan unter dem Titel „zusammen. sicher. glücklich.“ komplett neu gedacht. Er basiert auf der kommunalen Präventionskette und verankert konsequent die Perspektive, vom Kind her zu denken.
Stimmen von Kindern und Jugendlichen
Grundlage für die Überarbeitung des Plans waren die Daten aus der Befragung „Umwelt, Wohlbefinden und Entwicklung“ (UWE) des Vereins Familiengerechte Kommune. Eine Initiative, die Kinder und Jugendliche direkt befragt.
„Für Kommunen ist die Befragung „Umwelt, Wohlbefinden und Entwicklung“ (UWE) von unschätzbarem Wert – und hat in Geldern das gesamte Mindset nachhaltig verändert.“, betont Denis Erbozkurt-Beckers.
Denn Amtliche Daten zeigen viel, lassen aber kaum Rückschlüsse auf das subjektive Wohlbefinden oder die tatsächlichen Bedarfe von Kindern und Jugendlichen zu. UWE ergänzt diese um die Kinderperspektive, macht Lebenswelten sowie Bedarfe in Schule und Sozialraum sichtbar und eröffnet Möglichkeiten, die alltäglichen Lebensbedingungen von Kindern nachhaltig zu verbessern.


