
Viele Bildungsstudien zeigen, dass Kinder aus Haushalten mit Migrationshintergrund oder aus bildungsfernen Familien in der Schule besonders häufig schlechtere Leistungen erzielen.
Eine aktuelle Analyse des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi) zum Einfluss sozialer Herkunft auf den Bildungsverlauf hat einmal mehr bestätigt: Kinder mit Migrationshintergrund verlassen die Schule nicht wegen ihres Migrationshintergrunds mit schlechterem Abschluss, sondern vor allem aufgrund ihrer niedrigeren sozialen Lage.
Eine umfassende empirische Perspektive
Für ihre Studie nutzten die Autor:innen die Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS). So konnten sie die untersuchten Bildungsverläufe von der Geburt bis zum Alter von 26 Jahren betrachten. Dabei berücksichtigten sie mehrere Dimensionen sozialer Herkunft und analysierten die kulturellen, sozialen und finanziellen Ressourcen der Kinder und Jugendlichen.
Ein besonderer Fokus der Studie liegt auf den Übergängen zwischen den einzelnen Bildungsstationen wie beispielsweise dem Wechsel von der Kita in die Schule. Zudem wurden nicht nur einzelne Bildungsergebnisse betrachtet, sondern verschiedene Aspekte des Bildungserfolgs, wie die Entwicklung unterschiedlicher Kompetenzen, Bildungsentscheidungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und die Beurteilung von Schüler:innen durch Lehrkräfte.
Auf dieser Grundlage konnten die Autor:innen genauer als in anderen Studien untersuchen, an welchen Stellen soziale Ungleichheiten entstehen, wie sie sich fortsetzen oder verstärken und unter welchen Bedingungen sie sich verringern.
Weitere Informationen:
Von der Kita bis zur Uni: Wie soziale Ungleichheiten unseren Bildungsweg beeinflussen“ von Prof. Dr. Marcel Helbig, Dr. Claudia Karwath und Prof. Dr. Corinna Kleinert vom Leibniz‑Institut für Bildungsverläufe (LIfBi).
Alle Ergebnisse der Studie finden Sie hier: Gleiche Leistung, ungleiche Chancen: Studie zeigt erstmals umfassend, wie die soziale Herkunft Bildungsungleichheit von der Kita bis zur Uni prägt



