Die Werkstatt „Surfen, Klicken, Verstehen: Digitale Kompetenzen als Schlüssel zur Teilhabe“ vom 2. Juli brachte rund 30 Fach- und Leitungskräfte aus etwa 25 Kommunen und 12 Bundesländern zusammen. Gemeinsam mit dem Bildungsbüro Nürnberg, drei kommunalen Praxisbeispielen und Dr. Niels Brüggen vom JFF diskutierten wir, was digitale Grundbildung für unterschiedliche Zielgruppen bedeutet, wie Kommunen das Thema steuern können und warum die Zugangsfrage die zentrale Herausforderung bleibt.
Digitale Teilhabe ist mehr als Technik
Dr. Niels Brüggen (JFF), Mitautor der Kompass-Studie „KI und Kompetenz 2025“, ordnete das Thema wissenschaftlich ein: Digitale Teilhabe ist nicht nur Wissen, sondern auch Fühlen und Handeln. Ängste, Hemmungen und fehlendes Zutrauen spielen eine ebenso große Rolle wie fehlende Kompetenzen. Die Videostatements von Fachkräften aus Nürnberg machten greifbar, dass digitale Hürden ganz unterschiedliche Zielgruppen betreffen: junge Zugewanderte, Menschen mit Behinderungen, pflegende Angehörige und Senior:innen.
Drei Wege, ein Thema
Drei Kommunen zeigten, wie sie digitale Grundbildung angehen:
- Nürnberg verankert mit dem Projekt Digi iQ digitale Grundbildung direkt im Quartier und setzt auf ehrenamtliche Digital-Coaches im Peer-to-Peer-Ansatz.
- München hat digitale Teilhabe über politische Beschlüsse als gesamtstädtische Querschnittsaufgabe etabliert und erhebt mit dem Digitalbarometer eigene Daten zu Teilhabebarrieren.
- Lübeck baut über das Social Smart City Management Brücken zwischen Digitalisierung und Sozialem und erweitert bestehende Konzepte wie das Senior:innenkonzept um die Dimension Digitalisierung.
Was nehmen wir mit
73 % der Teilnehmenden nannten die Erreichbarkeit der Zielgruppen als drängendste Frage. Die Diskussionen bestätigten: Man muss dahin gehen, wo die Menschen sind, wo Vertrauen besteht. Formale Kursangebote erreichen viele Zielgruppen nicht. Niedrigschwellige Formate, soziale Anlässe und persönliche Bindung funktionieren besser.
Egal ob Bildungsbüro, IT-Referat oder Sozialbereich: Die Verortung in der Verwaltung ist weniger entscheidend als der erste Schritt. Alle drei Kommunen rieten einfach anzufangen, bestehende Strukturen zu nutzen und Netzwerke aufzubauen.
„Digitale Grundbildung ist nicht nur ein Digitalisierungsthema, es ist ein Bildungs- und Teilhabethema. Und damit ein Thema, das mitten in unser aller Arbeit gehört.“
Dr. Daniel März
FaBERID Programmleitung




