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Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement 2026 stärkt kommunale Bildungslandschaften

25.06.2026

Bild von der BuKo 2026. Im Vordergrund ist ein Notebook mit Startfolie des folgendem Workshops zu sehen.

Am 16. und 17. Juni 2026 fand in Berlin-Neukölln die Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement (BuKo) unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Bildungsgerechtigkeit vor Ort“ statt. Seit zehn Jahren bringt die Konferenz Akteur:innen aus Kommunen, Politik, Wissenschaft und Bildungsorganisationen zusammen und bietet einen wichtigen Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsame Impulse zur Stärkung von Bildungsgerechtigkeit.

Ein zentrales Ergebnis der diesjährigen Konferenz ist eine gemeinsame Erklärung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), der Länder sowie der Kommunalen Spitzenverbände. Darin wird die Bedeutung der kommunalen Ebene und ihrer Sozialräume für die Verwirklichung von Teilhabechancen und Bildungsgerechtigkeit entlang des lebensbegleitenden Lernens hervorgehoben. Als entscheidender Schlüssel wird das datenbasierte kommunale Bildungsmanagement benannt, das im Rahmen bestehender und zukünftiger Programme von Bund und Ländern weiter gestärkt werden soll.

Zentrale Rolle von Kommunen für Bildungsprozesse

In ihrer Rede betonte Staatssekretärin Petra Bahr die zentrale Rolle der Kommunen für gelingende Bildungsprozesse. Bildungsgerechtigkeit entstehe dort, wo Menschen zusammenwirken – in vernetzten kommunalen Strukturen, die Teilhabe ermöglichen und faire Chancen unabhängig von Herkunft eröffnen. Besonders hob sie dabei die Bedeutung des kommunalen Bildungsmanagements hervor, das Akteur:innen zusammenbringt, datenbasierte Entscheidungen unterstützt und Bildungslandschaften nachhaltig stärkt. Zugleich unterstrich sie die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen im Sinne eines kooperativen Bildungsföderalismus.

Auch die FaBERID hat die Konferenz aktiv mitgestaltet und ihre Perspektive eingebracht. In einer Fishbowl-Diskussion zum Thema „Integration und Inklusion – Barrieren abbauen durch diversitätssensibles Handeln“ sowie in der Fokus-Session „Zwischen Wegen und Grenzen – kommunale Räume gestalten für mehr Bildungsgerechtigkeit“ wurden zentrale Herausforderungen und Lösungsansätze diskutiert. Darüber hinaus bot der Marktstand der FaBERID Raum für vertiefende Gespräche zu den Themen Integration und Inklusion.

Fishbowl-Diskussion zu Inklusion und Integration

Das Leitungsteam der FaBERID Katja Geerdes und Dr. Daniel März hatten für die Fishbowl mit Latif Hamamiyeh Al-Homssi (Integrationsbeauftragter des LK Waldeck-Frankenberg) und Derya Yıldırım (Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bildungsbüros der Stadt Nürnberg) zwei feste Gäste für die Diskussion eingeladen.

In zwei Durchläufen besprachen sie mit wechselnden Gästen aus dem Plenum, wie sich kommunale Planung ändern müsste, um auch Erwachsene beim Bildungsmanagement in den Blick zu nehmen – wobei in der ersten Runde das Problem und in der zweiten mögliche Lösungen im Mittelpunkt standen.

Als besonders wertvoll hebt Katja Geerdes hervor, dass sich mit Yekmal e. V. auch eine Stimme aus der Zivilgesellschaft in die Diskussion eingebracht hat. Diese authentische Perspektive aus der Praxis wirkte besonders eindrücklich und blieb vielen Teilnehmenden nachhaltig in Erinnerung.

Fokus-Session zu kommunalen Räumen für Bildungsgerechtigkeit

In der Fokus-Session setzten sich die Teilnehmenden mit der zentralen Frage auseinander, welche Rolle räumliche Aspekte und Gegebenheiten für die Gestaltung gerechter Bildungschancen spielen. Ausgehend von zwei praxisnahen Impulsen und vertieft in Kleingruppenarbeit beleuchteten sie unterschiedliche Facetten, etwa den Zugang zu Räumen, deren Gestaltung sowie kommunale Handlungsspielräume.

Zum Abschluss der Session sammelte Katja Geerdes als Moderatorin Stimmen für das Podium. Dabei gaben die Teilnehmenden insbesondere zwei Punkte mit:

Der Impuls von Kathrin Dröppelmann zum Zukunftskiez Dammweg in Berlin-Neukölln wurde als gelungenes Beispiel für einen kommunalen Raum hervorgehoben, der Bildungsgerechtigkeit fördert – durch Zugänglichkeit, Mitgestaltungsmöglichkeiten, eine bestärkende Wirkung, Bedarfsorientierung, wertschätzenden Umgang und generationenübergreifende Begegnung und Lernprozesse.

Als Gegengewicht zum Vortrag von Professorin Dr. Kerstin Schneider (RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Bergische Universität Wuppertal), die die aus bildungsökonomischer Perspektive referiert und für Effizienz im Bildungssystem plädiert hatte, war den Teilnehmenden auch wichtig zu betonen: Kommunen sollten weiterhin Räume für zweckfreie Bildung, Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeit schaffen und erhalten.

Zugleich stellt sich die Frage, wie mit der absehbar angespannten finanziellen Lage im Bildungsbereich umgegangen werden kann. Aus Sicht der FaBERID braucht es hier beides: einen effizienten Einsatz vorhandener Ressourcen – ebenso wie den politischen Willen, diese gezielt ins Bildungssystem zu lenken – und gleichzeitig den Anspruch, Qualität zu sichern und weiter auszubauen. Dabei sollte der Blick weiterhin über Schule und formale Abschlüsse hinausgehen.